Wenn Sie im Sublimationsdruckgeschäft tätig sind, wissen Sie, dass Polyester der bevorzugte Stoff für lebendige, langlebige und farbbeständige Ergebnisse ist. Aber was, wenn Ihre Kunden nach Alternativen suchen – sei es wegen der Textur, des Komforts oder spezifischer Anwendungen? Gute Nachrichten: Polyester ist nicht die einzige Option!
Hier sind andere Stoffe, die unter den richtigen Bedingungen erfolgreich für den Sublimationsdruck verwendet werden können:
1. Traditionelle Alternativen zu Polyester
Polyamid (Nylon)
Nylon-Stoffe reagieren gut auf den Sublimationsdruck, insbesondere bei Temperaturen zwischen 195–205°C für 30–40 Sekunden. Der Prozess liefert lebendige Farben und ausgezeichnete Haltbarkeit, was ihn ideal für Sportbekleidung und Outdoor-Ausrüstung macht. Allerdings erfordert die Empfindlichkeit von Nylon gegenüber hoher Hitze eine präzise Temperaturkontrolle, um Stoffschäden zu vermeiden.
Acetatfasern
Sowohl Triacetat- (190–200°C) als auch Diacetatfasern (185°C) sind mit dem Sublimationsdruck kompatibel, erfordern jedoch etwas niedrigere Temperaturen als Polyester. Diese Fasern werden häufig in Futtern, Vorhängen und einigen Kleidungsstücken verwendet und bieten eine seidige Textur mit guter Farbstoffaffinität.
Acryl (Polyacrylnitril)
Acrylfasern können bei 190–220°C für 10–15 Sekunden sublimiert werden, was leuchtende, farbbeständige Farben ergibt. Dieses Material ist aufgrund seiner wollähnlichen Eigenschaften und UV-Beständigkeit beliebt für Pullover, Decken und Outdoor-Textilien.
2. Neue Lösungen für Naturfasern
Baumwolle (mit Vorbehandlung)
Reine Baumwolle widersteht traditionell der Sublimation aufgrund ihrer hydrophilen Natur, aber eine Vorbehandlung mit Vernetzungsmitteln hat ihre Kompatibilität revolutioniert. Forscher am Beijing Institute of Fashion Technology entwickelten eine Methode mit ungiftigen, biologisch abbaubaren Vernetzungsmitteln zur Modifizierung von Baumwolle, Seide und Polyester-Baumwoll-Mischgeweben, die einen erfolgreichen Sublimationsdruck ermöglicht. Dieser Durchbruch hat die Anwendungsmöglichkeiten der Sublimation auf über 60 % der Textilprodukte erweitert, die bisher von dieser Technologie ausgeschlossen waren.
Seide (mit spezialisierten Verfahren)
Seide kann jetzt mit modifizierten Sublimationstinten und kontrollierten Temperatureinstellungen (typischerweise 180–190°C) sublimiert werden. Der Schlüssel liegt in der Verwendung von Niedrigenergie-Sublimationsfarbstoffen, die die empfindliche Proteinstruktur von Seide nicht beschädigen und dennoch eine lebendige Farbübertragung erzielen.
3. Hybrid- und Verbundmaterialien
Polyester-Baumwoll-Mischgewebe
Mischgewebe mit einem Polyesteranteil von ≥60% eignen sich gut für die Sublimation, während solche mit einem Baumwollanteil von ≤40% mit Standard-Sublimationspapieren bedruckt werden können. Höhere Baumwollanteile erfordern eine Vorbehandlung oder spezielle Tintenformulierungen.
Polyesterbeschichtete Substrate
Nicht-textile Materialien wie Keramik, Glas, Metall und Holz können sublimiert werden, wenn sie eine polyesterbasierte Beschichtung aufweisen. Beispielsweise benötigen Keramiktassen eine spezielle Polymerbeschichtung vor der Sublimation, um das Eindringen der Farbe zu ermöglichen. Dieses Prinzip erweitert die Sublimationsmöglichkeiten auf harte Oberflächen, die häufig bei Werbeartikeln verwendet werden.
4. Praktische Überlegungen für verschiedene Stoffe
Temperatureinstellungen
Unterschiedliche Fasern erfordern eine präzise Temperatureinstellung:
- Polyester: 205–220°C
- Nylon: 195–205°C
- Acryl: 190–210°C
- Acetat: 185–200°C
Tintenformulierung
Spezialisierte Sublimationstinten mit niedrigeren Molekulargewichten (230–270) eignen sich besser für Nicht-Polyester-Stoffe und gewährleisten eine ausreichende Farbstoffdiffusion, ohne das Substrat zu beschädigen.
Druckanforderungen
Nicht-Polyester-Stoffe erfordern oft einen höheren Druck während des Transfers, um eine ordnungsgemäße Farbstoffpenetration zu gewährleisten, insbesondere bei dichteren Naturfasern wie Baumwolle.
5. Zukünftige Trends
Die Branche bewegt sich in Richtung Niedertemperatur-Sublimationstechnologien (160–180°C), die die Kompatibilität mit hitzeempfindlichen Naturfasern weiter erhöhen werden. Darüber hinaus gewinnen umweltfreundliche Sublimationsprozesse mit biologisch abbaubaren Transferpapieren und wasserbasierten Tinten an Bedeutung und passen zu den Nachhaltigkeitszielen in der Textilindustrie.
Für Unternehmen, die über Polyester hinaus diversifizieren möchten, empfehle ich:
✅ Testen von Mustern mit Ihrem spezifischen Sublimations-Setup
✅ Partnerschaft mit Tintenlieferanten, die stoffspezifische Formulierungen anbieten
✅ Anpassen der Presseparameter (Zeit, Temperatur, Druck) für optimale Ergebnisse
Die wichtigste Erkenntnis? Sublimationsdruck ist nicht mehr auf Polyester beschränkt – mit der richtigen Technologie und Anpassungen können Sie professionelle Ergebnisse auf einer breiten Palette von Stoffen erzielen und neue Marktchancen für Ihr Unternehmen eröffnen.